Die Schokobanane

Darauf hatten sich Carsten und Vanessa schon lange gefreut. Das verlängerte Wochenende stand endlich vor der Tür.

Die Einkäufe waren getätigt, die Wohnung geputzt und der Terminkalender wies seit langem mal wieder eine vielversprechende Lücke auf. Zeit also, um sich der Zweisamkeit zu widmen und das zu machen, worauf man Lust hat.

Etliche Plakate mit welchen die Stadt gepflastert war, sowie großflächige Berichte in der örtlichen Zeitung verkündeten von einem großen Rummel auf dem Festplatz an diesem Wochenende. Daher beschlossen die Beiden spontan, ebenfalls dem Ruf zu folgen und ein paar vergnügliche Stunden bei Zuckerwatte und Fahrgeschäften zu verbringen. Gesagt - getan.

Horden von Menschen bewegten sich an diesem sommerlichen Tag von Stand zu Stand. Aufgeregt schnatternd und vor Freude am bunten Treiben beflügelt. Auch Carsten und Vanessa verbrachten so einen abwechslungsreichen und vergnüglichen Tag. Gegen Abend, die Lichter der Fahrgeschäfte leuchteten und blinkten bereits fröhlich um die Wette, fanden sich die Beiden vor einem Süßwarenstand wieder. Neben gerösteten Mandeln, Zuckerwatte, Weingummis und Lebkuchenherzen mit allerlei in Zuckerguss gebannten Kosenamen, fanden sich auch verführerisch glänzende, glasierte Schokobananen in der Auslage.

Vielleicht lag es am Alkohol, vielleicht an der gelösten Stimmung an diesem mittlerweile schwülwarmen Abend, welche Vanessa inspirierte und ihre Hand fast beiläufig den Schritt von Carsten berühren ließ, wo sie einige Sekunden länger verweilte, als das es der Zufall erlauben würde. Die warme Härte, welche ihrer Hand begegnete, sprach für sich. Zielstrebig zog Sie ihn daher durch die Menschenmassen in Richtung Ausgang.

Zuhause angekommen konnte sich auch Carsten nun nicht mehr zurückhalten. Eng umschlungen erforschten ihrer beiden Lippen die so vertrauten Körper. Liebkosend und fordernd entledigten Sie sich ihrer Kleidung ehe sie im Wohnzimmer übereinander herfielen. Carstens unbändige Lust präsentierte sich Ihr verheißungsvoll in seiner ganzen Schönheit. An dieser Stelle sehnte sich bereits jeder Zentimeter von Ihr nach seinem Körper und dem wohligen Gefühl, ihn ganz und gar zu spüren.

Doch die Idee, welche sich während des Besuches auf dem Rummel in ihre Gedanken geschlichen hatte, hielt Sie zurück. Zärtlich aber bestimmt löste Sie sich aus seinen Umarmungen und Stand auf. Carsten saß breitbeinig in seiner vollen Schönheit vor Ihr auf der Couch mit einem fragenden Blick in seinen Zügen. Es hätte nicht viel gefehlt und Sie wäre seinem Anblick erlegen gewesen. Stattdessen signalisierte Sie ihm, sich einen Moment zu gedulden, wandte ihren Blick ab und lenkte ihre Konzentration wieder auf das vielversprechende Vorhaben.  

Ihre Schritte lenkten Sie in die Küche, wo Sie mit ein paar gezielten Griffen einen Topf mit heißem Wasser aufsetzte und aus einem Hängeschrank einige Tafeln Schokolade fischte. Wenige Minuten später hatten sich die Tafeln in eine blubbernde, flüssig-glänzende Masse verwandelt. Mit dem Topf in der Hand trat Vanessa den Rückweg ins Wohnzimmer an.

Carsten erwartete Sie bereits mit einem neugierigen Blick auf ihr Mitbringsel und der Hand an seiner Männlichkeit. Sie stellte den Topf auf dem kleinen Tisch ab und gab ihm zur Begrüßung einen innigen Kuss, ehe Sie sich an seiner Brust entlang in Richtung seiner Lenden vorarbeitete. Carsten stöhnte und sein Körper bäumte sich vor Erregung auf, als Sie ihr Ziel erreichte.

Nach einigen Minuten entschied Vanessa, dass nun der Moment gekommen war, an dem Sie ihre Idee in die Tat umsetzen könne. Ihre Lippen lösten sich von Carsten und ihre Hand wanderte zu dem Topf auf dem Tisch. Mit einem frechen Grinsen verkündete Sie daher: "Ich habe Lust auf eine Schokobanane" und hielt Ihm den Topf mit der geschmolzenen Schokolade entgegen. Carsten zögerte kurz, ehe er ihrer Aufforderung nachkam und beherzt sein bestes Stück in der Flüssigkeit versenkte.

Was nun folgte, hatte Vanessa sich in ihrer Phantasie jedoch ganz anders ausgemalt. Denn anstelle der lustvollen Abschleckorgie, folgte ein spitzer Aufschrei Carstens, der augenblicklich aufgesprungen war und fluchend durch die Wohnung rannte. Die heiße Schokolade hatte seine Eichel verbrüht und auch die schnelle Kühlung unter kaltem Wasser änderte nichts daran, dass der Abend und das Wochenende gelaufen waren. Dumm gelaufen liebe Vanessa. 

So schnell kann ein schöner Tag ein jähes Ende finden. Vielleicht wäre die Szene für Carsten und Vanessa anders ausgegangen, wenn sich die Beiden bewusst gewesen wären, dass flüssige Schokolade gut und gerne um die 58 Grad haben kann. Durchaus eine Temperatur, bei welcher gerade die empfindliche Haut an der Eichel und am Hoden in Mitleidenschaft gezogen wird. Selbst wenn es bei diesem Experiment nicht zu einer Verbrennung gekommen wäre, hätte doch die starke Erwärmung verhindert, das aus Carstens bestem Stück eine Schokobanane wird. Denn während des Schmelzvorgangs trennen sich die Grundbestandteile wie Kakaobutter, Kakaomasse und Zucker voneinander, so dass die Schokolade nach dem Abkühlen keine Verbindung zwischen den Grundbestandteilen mehr findet und somit brüchig bzw. klumpig und glanzlos wird. Die bessere Alternative für die Beiden wäre hier eine  Body-painting-Schokolade, Schokoladensoße, Nutella oder auch spezielle Produkte aus dem Erotikhandel gewesen.

Dennoch ist Schokolade ein wunderbares Mittel um Abwechslung ins Liebesspiel zu bringen. Richtig temperiert kann Sie berauschen und das Lustempfinden steigern. Dies liegt mitunter an dem mit Dopamin und Adrenalin verwandten Ethylamin welches, zwar nur in geringer Konzentration, in Schokolade enthaltenen ist und hierdurch die körperliche Empfindlichkeit erhöht. In jedem Fall kann der Anblick und das Gefühl von Schokolade auf der Haut aber einen besonderen Kick darstellen. Ausprobieren lohnt sich daher in jedem Fall!